Datenschutz und No-KYC

Was ist Offshore-Hosting?

Kurze Antwort

Offshore-Hosting bedeutet, einen Server in einer anderen Jurisdiktion als der eigenen zu platzieren – üblicherweise außerhalb der Fourteen Eyes-Geheimdienstallianzen und außerhalb der EU-Datenspeichervorschriften. Der Zweck ist rechtlicher, nicht technischer Natur: Um Daten von diesem Server anzufordern, muss man im Rahmen von Rechtshilfeabkommen vorgehen, anstatt eine inländische Anordnung zu erlassen.

Der praktische Effekt ist Reibung und Transparenz. Eine inländische Anordnung an einen inländischen Anbieter kann schnell und geheim erfolgen. Eine MLAT-Anfrage an eine ausländische Jurisdiktion ist langsam, in den meisten Abkommen an das Erfordernis der beiderseitigen Strafbarkeit gebunden und scheitert bei zivilrechtlichen Angelegenheiten häufig vollständig.

Was Offshore-Hosting nicht ist: Immunität. Lokales Recht gilt für den Server, illegale Inhalte sind weiterhin illegal, und ein Anbieter, der rechtmäßige Verfahren respektiert, wird sie weiterhin respektieren. Was sich ändert, ist, welches Gericht die Anordnung erlassen muss und wie lange das dauert.

Siehe auch: Offshore-Hosting · Fourteen Eyes · MLAT